Abends kurz vor dem Schlafengehen. Der Tag war doch einigermaßen produktiv. Die Wäsche ist gewaschen, an der Zeichnung ist Fortschritt erkennbar und auch im Buch bin ich ein paar Seiten weiter.
Der September war bis hierhin durchwachsen. Stressvolle Phasen und Versuche, diese auszubalancieren —
Ruhe schaffen. Einige Dinge kamen zu kurz. Andere haben mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Journal, Tee, Radfahren, Zen, Zines, zeichnen, Gesellschaft. Für morgens und abends habe ich
eine stabile Struktur. Das kleine Tuschefässchen steht zur Erinnerung — oder zur sanften Aufforderung —
jetzt immer vor mir auf dem Tisch.
Digital VS analog
Das Analoge ist jetzt beinahe der Normalfall. Ich habe den Computer trotzdem viel an — allein schon zum Musikhören. Oder manchmal schaue ich auch ein Video. Aber ich muss nicht mehr aktiv versuchen, Digitales mit Analogem zu ersetzen. Das läuft von allein.
Digitale Dinge erscheinen mir in letzter Zeit häufig frustrierend und ich habe eine Lustlosigkeit Vielem gegenüber entwickelt. Websites, die mir etwas andrehen wollen, deren Cookies ich alle einzeln ablehnen muss, die sichergehen wollen, dass ich kein Bot bin, die mir ständig ein Banner vor die Nase halten, warum ich ihren Newsletter abonnieren soll. Spiele, die nicht ganz das sind, wonach ich suche, oder zu sehr Mainstream sind. Zu viele Eindrücke, zu viele Forderungen. Was hingegen nicht enttäuschend war, war das Experimentieren mit Linux AntiX Core auf meinem alten Vaio Mini-Laptop. Dazu ein anderes Mal mehr.
Der rote Faden ist Zen
Zu Anfang des Monats habe ich mich für ein kostenloses sechzehn-Tage-Programm registriert (ja, online). Da gab es sechzehn Tage lang eine Mail, ein dazu passendes Video und eine kleine Übung dazu. Die Zeit ist mittlerweile um. Ich habe auch ein paar andere, kürzere Videos als Ergänzung dazu gesehen. Außerdem lese ich gerade das Buch »Die Philosophie des Zen-Buddhismus« von Byung Chul Han und habe von namchak.org ein paar Journal Prompts übernommen, zu denen ich jetzt jeden Tag ein paar Zeilen schreibe. Das empfinde ich als besonders nützlich, weil ich so jederzeit zu den »Vorsätzen« zurückkehren kann, die ich mir morgens gemacht habe.
Das ist also etwas, bei dem ich geblieben bin.