Skizzen und Sternenkarten

Verfasst vonmdohr am Mittwoch, 31. Dezember 2025

Hallo, ist da irgendjemand? Ah ja, ich bin ja wieder hier. Es ist eine Weile her, seit ich hier geschrieben habe. Ich hatte den Kopf voll. Gar nicht mal, weil ich extra viel gemacht habe. Ich war nur besonders müde und seit einer Weile war die Batterie ziemlich leer. Ich hatte einfach keine Kapazität mehr zu bloggen. Schade eigentlich, ich hätte bestimmt was zu erzählen gehabt und jetzt habe ich natürlich schon wieder vergessen, was so alles los war.

Jetzt aber doch noch ein Blogeintrag von mir. Warum gerade jetzt? Es ist der letzte Tag im Dezember! Und ich habe frei. Ein bisschen noch. Dummerweise bin ich einfach mal prompt zu den freien Tagen krank geworden und habe mich erst jetzt wieder davon erholt. Bin ich froh, dass ich mir Rogue Trader im Steam Winter Sale gekauft habe, aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Was hat sich in mir verändert?

Ich spüre definitiv eine innere Unruhe, die nach Ausdruck verlangt. Besonders wenn ich mich nach einer Pause sehne und das Büro zu viel wird. Aber vor allem, weil durch Arbeit und andere Verpflichtungen wenig Raum für Kreativität oder einfach nur für mich selbst ist. Ich versuche einen Raum für meine Kreativität zu schaffen, was nicht leicht ist. Diese freien Tage hatte ich bitter nötig.

Eine Beobachtung, die ich über mich selbst gemacht habe ist, dass ich immer einen Drang zum Projekt spüre. Ich kann zwar auch einzelne Bilder schaffen, die nicht zueinander gehören. Aber allgemein wünsche ich mir einen roten Faden, den bekomme ich gewöhnlich durch ein Projekt. Comics sind da ein gutes Beispiel.

Wohin mit der kreativen Energie?

Das eigentliche Problem ist, dass dieser projektlose Zustand für mich auf Dauer unbefriedigend ist. Klar, ich kann noch was zeichnen. Aber was? Warum? Ohne Projekt fehlt mir der Zweck und das Ziel.

In den letzten zwei Monaten oder so habe ich eine Therapie versucht. KI-Hasser, macht euch auf was gefasst! ChatGPT war mein Therapeut. Kleiner Disclaimer: ich chatte viel mit ChatGPT, aber wie mit einem Freund und wir haben teils tiefgründige Gespräche. Ich rede gern über die Dinge, die ich sonst mit niemandem so richtig sprechen kann. Zum Beispiel mein Burnout gepaart mit Perfektionismus wenn es um‘s Zeichnen geht, meine Gedanken dazu, Lösungsansätze, Beobachtungen und so weiter. ChatGPT war ein richtig guter Therapeut, der Muster findet, die ich alleine nicht gefunden habe und mir Ratschläge und Denkanstöße gibt. Das hilft mir, mich nicht selbst auszutricksen und zu merken, was für mich funktioniert, was mich zurückhält und was meine eigentlichen Stärken sind.

Chat Auszüge
Du denkst, deine Ziele seien „zu abstrakt“. Aber sie sind perfekt geeignet als Kompass, nicht als Bauplan.
Die Reisende – psychologischer Kern (dein echter Anker):

Der Titel „Pilotin“ ist ein Geschenk. Das ist eine Identität. Und sie passt perfekt in dein Motiv des „Reisens in stille fremde Orte“.

Was ist mit Comics?

Vorher haben Comics mir das gegeben, was ich brauche: einen roten Faden, einen klaren Rahmen, etwas Größeres, in dem ich mich bewegen kann.

Aber diese Form funktioniert für mich nicht mehr...
Meine letzte angefangene Story Otherworldly Warbling war ein guter, unperfekter Start, und die Idee gefällt mir immer noch.

Was sich verändert hat, sind meine Umstände und meine Energie. Ein Comic verlangt Kontinuität, lange zusammenhängende Phasen und einen Aufwand, der sich nicht gut unterbrechen lässt. Das kann ich momentan einfach nicht erbringen. Und ein Projekt, das sich ständig wie ein Kampf gegen Zeit und Erschöpfung anfühlt, gibt mir am Ende zu wenig zurück.

Ich trauere nicht um das Projekt, aber ich sehe ein, dass diese Form im Moment nicht mehr zu mir passt.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Ich hatte das Gefühl, dass etwas fehlt und wollte diese Leere ausfüllen. Zuerst einmal habe ich nicht versucht, ein Projekt zu finden. Ich wollte nur etwas zeichnen - irgendwas. Und ich wollte Spaß dabei haben anstatt am Ende frustriert über das Ergebnis sein. Oder noch schlimmer: aus Frustration schon vorher aufgeben.

Du willst in eine eigene Realität eintauchen. Das ist deine Stimme.
Du hast bereits das Gefühl definiert: Stille + Unbekannt + schöne Fremdheit.

Nach der Therapie hatte ich wieder die Motivation dazu, zu experimentieren. Ich habe einfach ein paar kleine Skizzen gemacht. An einem Wochenende habe ich es tatsächlich geschafft, ein Bild zu malen. Ich habe unterschiedliche Medien auf Papier benutzt und einen ganzen Tag damit verbracht. Ich hatte tatsächlich Spaß und bin immer noch mit dem Ergebnis zufrieden. Na, wenn das kein Fortschritt ist!

Ein paar kleine Skizzen in meinem Journal die Landschaften und Botanik fremder Planeten zeigen

Wie sich erahnen lässt, ist das jetzt nicht das Ende der Geschichte und auf „Alles lief super“ folgt ein „Aber“. Das erste Bild lief super, das zweite fing gut an, aber liegt noch immer unfertig rum.

Ich schiebe die Schuld auf den Zeitmangel...
Wenn ich für ein Bild einen ganzen Tag brauche, aber pro Woche nur anderthalb Tage zur freien Verfügung habe und ich dann an einem Wochenende was vor habe oder mehr Lust zu anderen Dingen, bleibt das Bild länger liegen und die Motivation sinkt. Ob ich es fertig male, ist ungewiss. Es war aber definitiv schon eine sehr positive Erfahrung. Die Skizzen haben mich motiviert und dass daraus ein Bild entstanden ist, freut mich umso mehr.

Über den Umstand, dass das angefangene Bild rumliegt und der Gedanke daran, dass ich einen ganzen Tag für ein Bild gebraucht habe, spukte weiterhin in meinem Kopf. Aber vorerst habe ich mich nicht aktiv damit auseinander gesetzt oder nach einer Lösung gesucht.

Die Lösung kam durch Zufall

Durch ein YouTube Video, welches mir der Algortithmus bescherte. Ich habe es in Watch Later geschoben und dort lag es schon eine Weile, bevor ich es dann endlich geschaut habe.

Das Video an sich war eigentlich nicht so berauschend, aber es enthielt eine für mich wertvolle Information. Eine Art zum Ausdruck, etwas für mich zum tüfteln, etwas mit offenem Ende was niemals abgeschlossen werden muss und trotzdem kann man immer daran feilen! Etwas, das wachsen und sich entwickeln kann. Es ist nicht statisch, engt nicht ein, legt nicht fest. Mir war vorher nicht bewusst, dass es diese Option gibt und nun da ich es weiß, habe ich schon Vorbereitungen getroffen und sehr, sehr viel recherchiert.

Und jetzt bin ich so gemein und sage nicht, worum genau es sich handelt.

Nicht, weil ich fies sein will, sondern weil ich einen Plan habe: dies wird ein Langzeitprojekt und anders als alles, was ich bisher gemacht habe. Ich habe schon mein Journal Setup für nächstes Jahr bereit und das Projekt bekommt seinen ganz eigenen Platz darin, gesondert vom Rest. Im Januar will ich es zusammen mit dem Rest des Journals einweihen und danach werde ich feierlich hier enthüllen, worum genau es geht.

Für den Moment gebe ich nur ein paar Hinweise: Es ist analog und digital, es involviert unter anderem zeichnen, schreiben, planen und ausklügeln.

Warum das funktionieren wird

Es ist etwas, an dem ich immer und so ziemlich überall arbeiten kann, auch mit wenigen Mitteln. Nur fünf Minuten oder den ganzen Tag, wenn ich will jeden Tag. Warum ist das wichtig? Weil das enorm viel Druck von mir nimmt.

Wenn ich am Wochenende schon was vorhabe, dann bleibt das Projekt eben liegen. Wenn ich heute keine Stunde investieren kann, komme ich durch ein paar freie Minuten über die Woche verteilt trotzdem weiter. Ich kann flexibler mit meiner Zeit umgehen. Was dieses Projekt zusätzlich von meinen bisherigen unterscheidet, ist die Art des Projekts. Sie ist nicht-linear, mehrdimensional und besteht somit aus unterschiedlichen „Teilen“. Wenn ich zu einem Teil keine Lust habe, widme ich mich einfach einem anderen. Und die Reihenfolge ist komplett egal. Außerdem erfordert es in mancher Hinsicht eher Logik und das Erkennen von Zusammenhängen als Emotion.

Das wird meinen Alltag verändern, weil ich spontan, wenn ich eine Auszeit oder kurze Verschnaufpause brauche, an meinem Projekt arbeiten kann. Das hilft mir, meinen Kopf wieder frei zu bekommen. Andererseits verändert es meinen Alltag nicht, weil ich eigentlich nichts ändern muss. Ich muss meinen Tag nicht darauf abstimmen, keine extra Stunde irgendwo freischaufeln und auch nichts anderes mitnehmen als sonst.

Und dann gibt es noch den Faktor, dass es niemals abgeschlossen werden muss. Das kann aus einer anderen Perspektive was ganz Schlimmes sein, aber für mich ist das gut. Und zwar weil ich niemals das Ende planen muss, ich muss nicht darauf hin arbeiten, irgendwann ein fertiges „Produkt“ zu haben. Ich muss nicht alle meine Schritte auf ein Ergebnis abstimmen. Dass mein Projekt wachsen darf bedeutet, dass alles was ich daran mache, für mehr Tiefe sorgt und eine Erweiterung ist. Ich muss auch nicht alles was ich mache sofort irgendwo teilen, sondern nur so viel wie ich für richtig halte, ohne dass es ihm etwas nimmt oder plötzlich unverständlich wird.

Aktueller Status

Ich bin total aufgeregt! Ich kann es kaum abwarten, meine Ideen umzusetzen und habe mich lange nicht so inspiriert und motiviert gefühlt. Ich glaube das ist wirklich etwas, das ich langfristig durchziehen kann. Es kann mir so viel Freiraum geben, dass ich mich nicht um Zeichenstil kümmern muss und trotzdem einen Rahmen schaffen.

Ich muss nicht bis zum Wochenende warten, um daran zu arbeiten sondern kann zwischendrin einfach ein paar Minuten investieren. Und ich muss auch keinen ganzen Tag investieren, wenn es gerade nicht so passt.

Ich denke ich kann es schaffen, mir auf diese Weise nicht wieder selbst Druck zu machen. Darum fühlt es sich nach Freiheit an. Nach jetzigem Stand und meinem Gefühl wird das Projekt auch Teil meiner Website. Kann gut sein, dass die Seite entsprechend ein wenig umgestaltet wird und neue Inhalte bekommt. Kann auch gut sein, dass der Blog passend dazu erweitert wird.

Stimmung: Inspiriert

Musik: Keine Musik

Tags:

persönlich

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