Neocities, Indie Web und die Freiheit des Selbstausdrucks đŸ€ŸđŸ˜œ

Published on 12.2.2024 by mdohr07 Category: Indie Web

 

Ich bin mehr oder weniger durch Zufall auf Neocities gestoßen. Ich war aber wohl auf der Suche nach einer Plattform, die mein BedĂŒrfniss nach einer kreativen Community die nicht komplett dem online Mainstream und Diktatur von großen Konzernen unterliegt erfĂŒllen könnte. Wie ich dann genau dazu kam, weiß ich nicht mehr. Aber ich stieß auf Neocities, was mir doch namentlich ziemlich vertraut vorkam. Mit gutem Grund, denn wie sich herausstellte, ist es der Nachfolger von Geocities.

Surfin'

”Massive web corporations flush with stock market cash acquired startups for billions of dollars, like rich brats that wanted a cool new toy, but then quickly got tired of it and threw it away. And in the end, we lost a lot of great ideas, companies, and user content that would have otherwise prospered.”
Neocities Blog

Zu Deutsch: “In der Vergangenheit haben große Webunternehmen, gespeist von Börsengeldern, Startups fĂŒr Milliarden Dollar ĂŒbernommen, wie verwöhnte Kinder, die ein cooles neues Spielzeug wollten, es aber schnell leid waren und es wegschmissen. Und am Ende haben wir viele großartige Ideen, Unternehmen und Benutzerinhalte verloren, die sonst blĂŒhen hĂ€tten können.” So erging es auch Geocities. Auch ich hatte dort eine Website, oder sogar mehrere. Und nicht nur dort, sondern auch bei Ă€hnlichen Services. So habe ich ĂŒberhaupt erst angefangen, mich fĂŒr das Coden zu interessieren und Freude daran gefunden.

Die Nostalgie von Geocities

Mit dem Verschwinden von Geocities und Ă€hnlichen Diensten - und damit auch dem Ende der von mir geliebten Internetkultur - fĂŒhlte ich persönlich eine Leere. Zwar fand ich spĂ€ter Freude an Tumblr und seiner Community, doch auch das verblasste, nachdem Yahoo den Dienst ĂŒbernommen hatte. Als ich schließlich von Neocities erfuhr, konnte ich nicht widerstehen. Derzeit ist mein einziges Neocities-Projekt eine kleine, persönliche Website, die keinen klaren roten Faden hat. Aaber das ist in Ordnung. Das Schöne daran ist die Freiheit. In Zukunft plane ich, mir einen Supporter-Account zuzulegen, um die Plattform zu unterstĂŒtzen.

Homers Website

Die wahre Schönheit von Neocities liegt in seiner kreativen Community, die sich zum Großteil vor allem an der Ästhetik des alten Webs erfreut. Die immense Vielfalt von einfallsreichen und einzigartigen Websites ist inspirierend. Es ist erstaunlich zu sehen, wie Menschen ihre Interessen und Leidenschaften sichtbar machen und ihren ganz eigenen Platz im Internet gestalten. Diese IndividualitĂ€t ist wundervoll, und jeder kann kostenlos und mit einfachen Mitteln seine Seite erstellen und hosten – ein Anreiz, Webdesign und Webentwicklung zu erkunden und Grundkenntnisse in HTML und CSS zu erlangen.

Kreative Freiheit

FĂŒr mich ist Neocities ein Teil des Indie Webs, das fĂŒr persönliche Freiheit, Selbstausdruck und Kontrolle ĂŒber eigene Daten steht. Es geht darum, selbst zu entscheiden, was und wie viel man teilen möchte, ohne Kompromisse. Die Freiheit, Inhalte individuell zu gestalten, erreicht man am besten mit einer selbstgebauten Website bei einem Webhost, so wie diese Seite die ĂŒber GitHub und Netlify lĂ€uft. Meine Neocities-Seite hingegen ist fĂŒr Hobbys reserviert. Gemeinsam ist beiden Seiten, dass ich die Kontrolle ĂŒber meine Daten behalte – kein Algorithmus, kein Druck, nur individuelle Freiheit.

Die Auswirkung der Plattformwahl

Die Plattformauswahl hat einen enormen Einfluss auf die veröffentlichten Inhalte. Auf Plattformen mit vollstĂ€ndiger Ausdrucks- und Gestaltungsfreiheit kann man sich zeigen, wie man möchte, ohne sich um Trends, Algorithmen oder Vergleiche kĂŒmmern zu mĂŒssen. Man kann sich frei von Hatern entfalten. Die Auswahl der Plattform ermöglicht es, herauszufinden, was wirklich wichtig ist, was man wirklich teilen möchte – ohne EinschrĂ€nkungen und Verurteilungen.

Old Web

Die Vielfalt und IndividualitĂ€t der Neocities-Sites sind inspirierend und regen zu neuen Ideen an. Manche mögen ein wenig verrĂŒckt erscheinen, aber das ist Teil des kreativen Ausdrucks. Im Gegensatz dazu wirken Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram uniform und kalt. Eine eigene Seite sagt einfach mehr aus – die digitale IdentitĂ€t bleibt (wieder) die eigene.

”own your data, make what you need, use what you make”
(Ein Grundsatz des Indie Webs)

Auch Content Management Systeme (CMS) oder Website-BaukĂ€sten kommen nicht ganz heran. Die Templates sind oft mainstream und gefĂ€llig. Die Freiheit, Themes anzupassen oder sogar eigene zu entwickeln, ist begrenzt. Eine kleine, statische Seite wie diese ist im Vergleich schneller und leichter. ersönlich empfinde ich fĂŒr eine eigene Seite die unzĂ€hligen Plugins (ich denke da gerade an Wordpress) als Überforderung. Zudem sind es dann wieder Plugins oder Erweiterungen von Dritten, das eine kann mit dem anderen mal nicht so recht funktionieren, wird nicht (mehr) unterstĂŒtzt und/oder geupdated, muss angepasst werden und all solche Dinge. FĂŒr Business Websites, Online Magazine und alles, was eine Benutzerdatenbank benutzt oder dessen Inhalte von nicht so technikversierten Benutzern aktualisiert werden soll finde ich Content Management Systeme wie Wordpress aber ideal.

In der Welt von Neocities und dem Indie Web gibt es Vielfalt, Freiheit und Raum fĂŒr die kompromisslose Entfaltung der KreativitĂ€t. Hier kann man sich selbst sein, ohne sich zu verbiegen.

Neocities: Eine Auswahl

Hier eine kleine Zusammenstellung an Neocities Sites, denen ich folge - mein persönliches best of:

HUBBARDIAN

Hubbardian

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Solaria’s Webspace

Solaria's Webspace

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Hotline Cafe

Hotline Cafe

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ninacti0n’s Lab

Solaria's Webspace

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Dragon Quest: The Ultimate Game Experience

Hotline Cafe

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Das war’s fĂŒr heute von mir. Vielen Dank, dass du vorbeigeschaut hast, und bis bald! ✌

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